Wozu eine Brandschutzbegehung dient

Eine Brandschutzbegehung ist der systematische Rundgang durch Ihren Betrieb mit dem Ziel, den organisatorischen Brandschutz im laufenden Betrieb zu überprüfen. Es geht um die Fragen: Sind die Fluchtwege frei? Ist die Technik einsatzbereit? Stimmt die Dokumentation? Und werden die betrieblichen Regeln im Alltag tatsächlich gelebt?

Anders als eine einmalige Planung betrifft die Begehung den Zustand hier und heute. Denn Brandschutz verschleißt: Ein Feuerlöscher läuft ab, ein Fluchtweg wird zugestellt, eine Brandschutztür wird verkeilt. Die regelmäßige Begehung macht solche schleichenden Mängel sichtbar, bevor sie im Ernstfall oder bei einer Prüfung zum Problem werden.

Vorbereitung: Was vorab zusammengetragen wird

Eine gute Begehung beginnt am Schreibtisch. Vor dem Rundgang sichten wir die vorhandenen Unterlagen und klären, welche Bereiche welche Anforderungen haben. Das spart Zeit vor Ort und sorgt dafür, dass die Begehung zum Betrieb passt – ein Bürogebäude wird anders betrachtet als eine Werkstatt oder ein Lager mit erhöhter Brandgefährdung.

  • Vorhandene Flucht- und Rettungspläne sowie die Brandschutzordnung
  • Prüfnachweise der Feuerlöscher und sonstiger Brandschutzeinrichtungen
  • Der Brandschutz-Teil der Gefährdungsbeurteilung
  • Nachweise zu Unterweisungen und ausgebildeten Brandschutzhelfern
  • Besonderheiten der Nutzung: Lagergut, Maschinen, Publikumsverkehr

Der Rundgang: Was konkret geprüft wird

Kern der Begehung ist der Rundgang durch alle relevanten Bereiche. Dabei wird nicht abstrakt bewertet, sondern konkret geschaut, ob die Schutzmaßnahmen im Alltag greifen. Typische Prüfpunkte sind:

  • Flucht- und Rettungswege: durchgängig frei, nicht zugestellt, Türen in Fluchtrichtung nutzbar
  • Kennzeichnung: Rettungs- und Brandschutzzeichen vorhanden, sichtbar und aktuell (ASR A1.3)
  • Feuerlöscher: passend, gut erreichbar, mit gültiger Prüfplakette – die Instandhaltung tragbarer Feuerlöscher regelt die DIN 14406-4
  • Brandschutz- und Rauchschutztüren: selbstschließend, funktionsfähig, nicht verkeilt oder blockiert
  • Brandlasten: Papier, Verpackungen und brennbare Materialien nicht unkontrolliert in Fluren oder an Zündquellen
  • Sicherheitsbeleuchtung und Hinweisschilder in Treppenräumen und Fluren

Schwerpunkt organisatorischer Brandschutz

Die Begehung eines Sicherheitsingenieurs betrifft vor allem den organisatorischen und betrieblichen Brandschutz – also alles, was mit dem Verhalten im Betrieb, der Instandhaltung und den Zuständigkeiten zu tun hat. Grundlage sind unter anderem die Arbeitsstättenregel ASR A2.2 für Maßnahmen gegen Brände und die DGUV Vorschrift 1 zu den Grundsätzen der Prävention.

Dazu gehört auch die Frage, ob genügend Brandschutzhelfer ausgebildet sind, ob die Beschäftigten regelmäßig unterwiesen werden und ob im Alltag klar ist, wer im Brandfall welche Aufgabe übernimmt. Technik allein schützt nicht – sie muss bekannt, erreichbar und gepflegt sein.

Dokumentation und Mängelbericht

Am Ende steht kein Bauchgefühl, sondern ein nachvollziehbares Ergebnis. Die Feststellungen werden schriftlich festgehalten – mit klarer Einordnung, was sofort behoben werden sollte und was mittelfristig zu planen ist. So entsteht eine Prioritätenliste, die Sie abarbeiten können, statt einer unsortierten Mängelsammlung.

Dieser Bericht ist zugleich ein wichtiger Nachweis: Er zeigt, dass Sie Ihren Betrieb regelmäßig überprüfen lassen und Mängel systematisch angehen. Das ist im Schadensfall und gegenüber Behörden und Versicherern von Bedeutung.

Abgrenzung: kein Ersatz für das Brandschutzkonzept

Wichtig zu wissen: Eine betriebliche Brandschutzbegehung ersetzt kein bauordnungsrechtliches Brandschutzkonzept. Das Konzept legt die baulichen und anlagentechnischen Anforderungen eines Gebäudes fest und wird von einem Brandschutzplaner erstellt – etwa bei Neubau, Umbau oder Nutzungsänderung.

Die Begehung setzt darauf auf: Sie prüft, ob der organisatorische Brandschutz im laufenden Betrieb funktioniert und ob die vorgesehenen Maßnahmen im Alltag eingehalten werden. Beides ergänzt sich, ersetzt sich aber nicht.

Ablauf mit dem Ingenieurbüro Ladusch

Als Ingenieurbüro für Arbeitssicherheit und Brandschutz begleiten wir Betriebe in der Region Hannover und Schaumburg bei der regelmäßigen Begehung – vom ersten Termin über den Rundgang bis zum verständlichen Bericht. Sie erhalten eine sachliche Einschätzung und konkrete, umsetzbare Schritte.

Wie oft eine Begehung sinnvoll ist, hängt von Nutzung, Größe und Brandgefährdung ab. Häufig hat sich ein jährlicher Rhythmus bewährt; bei erhöhter Gefährdung kann ein kürzeres Intervall angebracht sein.