Wenn die Begehung angekündigt ist
Eine angekündigte Begehung durch Behörde, Feuerwehr oder Versicherung ist kein Grund zur Nervosität – vorausgesetzt, der Betrieb ist vorbereitet. Wer weiß, worauf geschaut wird, und die passenden Nachweise griffbereit hat, macht aus dem Termin eine Routine statt einer Prüfungssituation.
Die Vorbereitung lohnt sich doppelt: Sie sorgt für einen reibungslosen Termin und deckt zugleich Lücken auf, die Sie ohnehin schließen sollten. Der folgende Leitfaden hilft, den Betrieb systematisch fit zu machen.
Wer begeht – und worauf es ankommt
Je nach Anlass kommen unterschiedliche Stellen: die Bauaufsicht oder Brandschau im Rahmen der wiederkehrenden Prüfung, die Feuerwehr zur Kontrolle, ein Sachversicherer zur Risikobewertung oder die Berufsgenossenschaft mit Blick auf den Arbeitsschutz. Der Fokus verschiebt sich je nach Prüfer, die Grundlagen ähneln sich aber.
Allen gemeinsam ist die Frage: Wird der Brandschutz im Alltag tatsächlich gelebt? Prüfer merken schnell, ob Ordnung und Nachweise gepflegt sind oder erst für den Termin hergerichtet wurden.
Unterlagen bereitlegen
Ein großer Teil der Begehung findet auf dem Papier statt. Legen Sie die wichtigsten Nachweise vollständig und aktuell bereit:
- Prüfnachweise der Feuerlöscher und Brandschutzeinrichtungen (Prüfbuch, Plaketten)
- Flucht- und Rettungspläne, sofern für den Betrieb erforderlich
- Brandschutzordnung (Teile A, B und C) und Nachweise der Unterweisungen
- Übersicht der ausgebildeten Brandschutzhelfer mit Datum der letzten Schulung
- Gefährdungsbeurteilung mit enthaltenem Brandschutz-Teil
- Wartungsnachweise für Türen, Rauch- und Wärmeabzug sowie Alarmierungstechnik
Der Rundgang: Was Sie vorab selbst prüfen können
Gehen Sie den Betrieb vor dem Termin mit den Augen eines Prüfers ab. Vieles lässt sich in kurzer Zeit selbst kontrollieren:
- Sind alle Flucht- und Rettungswege frei und Türen in Fluchtrichtung nutzbar?
- Sind Feuerlöscher sichtbar, erreichbar und mit gültiger Prüfplakette versehen?
- Sind Brandschutztüren funktionsfähig und nicht verkeilt?
- Ist die Kennzeichnung vollständig, sichtbar und aktuell?
- Liegen Brandlasten wie Kartons oder Verpackungen unkontrolliert in Fluren oder Treppenräumen?
Typische Nachfragen der Prüfer
Erfahrungsgemäß kehren einige Fragen bei fast jeder Begehung wieder. Wer die Antworten parat hat, wirkt souverän – und ist es auch:
- Wie viele Brandschutzhelfer sind ausgebildet, und wann war die letzte Schulung?
- Wann wurden die Feuerlöscher zuletzt geprüft?
- Wo ist der Sammelplatz, und kennen ihn die Beschäftigten?
- Wer ist im Betrieb für den Brandschutz verantwortlich?
- Wann fand die letzte Unterweisung statt, und ist sie dokumentiert?
Die Eigenbegehung vorab lohnt sich
Der wirksamste Schritt ist eine Eigenbegehung mit fachlicher Begleitung – rechtzeitig vor dem offiziellen Termin. Ein Sicherheitsingenieur schaut mit geschultem Blick auf denselben Betrieb und findet die Punkte, die im Alltag untergehen. So bleibt genug Zeit, Mängel in Ruhe zu beheben, statt unter Druck.
Diese Vorbereitung ist zugleich eine Investition in den Normalbetrieb: Was für die Behörde stimmt, schützt im Ernstfall auch Ihre Beschäftigten und Ihr Unternehmen.
Unterstützung aus der Region
Als Ingenieurbüro für Arbeitssicherheit und Brandschutz begleiten wir Betriebe in der Region Hannover und Schaumburg bei der Vorbereitung auf Behörden- und Versicherungsbegehungen – von der Eigenbegehung über das Sortieren der Nachweise bis zur Umsetzung offener Punkte.
Ziel ist nicht, für einen Termin gut auszusehen, sondern ein Betrieb, der auch ohne Ankündigung jederzeit sicher aufgestellt ist.


